freitag: er holt mich von der arbeit ab. wir gehen noch was zu trinken holen und dann ab zu mir. anna kommt. trinken ein bier, machen uns fertig. das telefon klingelt. ich gehe ran. mein therapeut ist dran. ich sollte morgens zum arzt gehen. nö. war nicht da. er sagte, dass er im krankenhaus angerufen und der ärztin bescheid gesagt hat, dass ich komme. 1 1/2 stunden hatte ich zeit im krankenhaus aufzukreuzen und mir blut abnehmen zu lassen. schlechte laune. wir fuhren hin. eine unfreundliche ärtzin schickte beide raus. "du hättest sterben können. eigentlich darf ich das nicht ohne erlaubnis deiner eltern machen. ich mache es aber jetzt, weil ich es mit dr. m. abgesprochen habe. machst du's nochmal?" - "nein."
"was ist das da an deinem arm? hast du dich geritzt?" - "ja." - "wieso?" - "verschiedenes." - "aber sonst hast du keine suizidgedanken?" - "nein." gelogen
sie nahm mir blut ab und wir mussten noch eine stunde auf das ergebnis warten. durften gott sei dank gehen. aber ernst der lage habe ich immernoch nicht gecheckt. ich hätte sterben können?! ich weiß nicht ob ich weinen oder lachen soll. ich weiß nicht, was mir lieber gewesen wäre.
ich war erleichtert, dass wir gehen durften. so leicht kamen wir wieder daraus. in die disco wären wir nicht mehr gekommen, haben uns aber trotzdem entschlossen nach gladbach zu fahren. dort waren freunde von uns in einer anderen, kleinen disco. wir hatten spaß, haben getrunken, geraucht. alles war wieder vergessen und für kurze zeit gut.
es tut mir leid. so oft verletze ich dich. bin in deinen armen eingeschlafen. was, wenn ich nicht mehr aufgewacht wäre? wenn es in deinen armen passiert wäre? zu oft musstest du mich aus dem badezimmer ziehen, zu oft hast du das blut meinen arm runterlaufen gesehen, zu oft hab ich es vor deinen augen getan, zu oft musstest du mich fragen, was ich gegessen habe und viel zu oft hast du wegen mir geweint. wieso zieh ich dich als person, die mir am wichtigsten ist so da rein? habe mir so oft schon vorgenommen dir nichts mehr zu erzählen, dir was vorzuspielen und zu tun als wäre alles gut, nur damit es dir gut geht. ich brauche dich.
ich habe nicht gelogen, als ich sagte es geht mir besser. denke ich. ich bin mir nicht sicher wie es mir geht. bin betäubt. wirkst wie eine droge auf mich, lässt mich jeden schmerz vergessen und bringst mich zum lachen. ich weiß nicht wer ich bin und was ich hier mache und selbst jetzt in dem moment in dem ich das hier schreibe bin ich mir nicht sicher, ob ich noch da bin. ist das alles nur ein traum, bin ich tot? alles, was passiert vergesse ich sofort wieder. kann mich an kleinigkeiten kaum noch erinnern. es ist mir wahrscheinlich auch egal. was hab ich die letzten wochen gemacht und wieso habe ich mir nicht wieder meine arme oder beine aufgeritzt wie sonst immer? wie kann ich es nicht mehr tun, obwohl mir danach ist und es mir nicht gut geht. weiß nicht mal wie schlecht es mir geht. könnte es nicht sagen. vorher hatte ich diesen schmerz immer klar und deutlich gespürt. er war rund um die uhr da, egal was ich tat. das verlangen mich zu verletzten. ich kam mir so zerbrechlich vor, als könnte mich jedes wort vernichten. jetzt ist davon nichts mehr. ich bin leer. man umarmt mich, doch es fühlt sich an, als wär diese person kilometer weit weg. ihr redet mit mir, aber eigentlich verstehe ich kein wort.
was ist passiert? was ist in dem urlaub passiert, dass ich jetzt so bin?
jeden morgen hoffe ich, dass der schmerz endlich wieder zurück kommt, damit ich weiß ich lebe, damit ich spüre ich bin da. damit ich meinen körper wieder spüre. wo bin ich? was mach ich? wer bin ich?
und eigentlich hat das hier jetzt niemand gelesen, weils zu lang ist und eh niemanden interessiert!


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